Crash - Herrscher der Mutanten ist der direkte Nachfolger von Crash of the
Titans, das vor etwa einem Jahr neben anderen Konsolen auch für die Nintendo
Wii erschien. Das damals für Crash-Veteranen neue Spielprinzip der Mutanten,
auf deren verschiedene Fähigkeiten Crash zugreifen konnte, ist auch wieder
in Crash - Herrscher der Mutanten dabei. Ob uns die Mutanten abermals ein
actiongeladenes Jump'n'Run bescheren können oder ob man uns mit dem zweiten
Teil nur aufgewärmte Kost serviert, zeigt unser Wii Review.
Dr.
Neo Cortex schlägt wieder zu...
Wer hätte das gedacht: Schon wieder hat der böse Dr. Neo Cortex, der seit Beginn
der Crash Bandicoot Reihe als verhasster Erzfeind auftaucht, einen neuen Plan
um die orangen Beutelratten ein für alle Mal von der Bildfläche verschwinden
zu lassen. Diesmal hat der fiese Doktor einen Apparat entwickelt, der dem Träger
zwar das gleichzeitige Abrufen seiner Emails, Stöbern im WWW und Betrachten
seiner Lieblingsfernsehserie ermöglicht, aber früher oder später zu einer grausigen
Verwandlung in einen sabbernden Mutanten führt. Um auch wirklich jeden auf
Wumpa Wumpa Island zu verwandeln, verschenkt Dr. Neo Cortex die neuen Hightech-Spielereien
sogar - so dauert es nicht lange, bis auch Crashs Schwester Coco und Crunch
unter den Einfluss der Geräte fallen. Da Hightech an Crash anscheinend ebenso
vorbeigeht wie Sprechvermögen, liegt es letztlich wieder an ihm, die Welt zu
retten.
Anders als beim Vorgänger seid ihr bei Crash - Herrscher der Mutanten nicht
an Level gebunden, sondern könnt euch frei auf der ganzen Insel bewegen. Eingeschränkt
wird diese Freiheit nur durch die Missionsziele, die ihr nach und nach vorgesetzt
bekommt. Zwischen den einzelnen Etappen könnt ihr aber die Landschaft erkunden
und versteckte Rätsel lösen.
Dabei werdet ihr durch das ganze Spiel hinweg von Aku Aku begleitet, der euch
zu Beginn auch die Grundlegende Steuerung mit der Wii-Remote und dem Nunchuck
erklärt. Mit der A-Taste springt ihr, die B-Taste ist für einen normalen Angriff
da. Durch Schütteln der Wii Remote führt ihr Crashs bekannte Drehattacke aus
- doch nicht zu lange, da ihm sonst schwindlig wird - oder grabt euch unter
den Boden. Die Z-Taste am Nunchuck führt einen Sturmangriff aus und druch Schütteln
des Nunchuck lasst ihr euren Mutanten seine Spezialattacke machen.
Mutanten
- zum mitnehmen oder hier essen?
Zum Vermöbeln der zahlreichen Gegner stehen euch wie im Vorgänger nicht nur
Crashs Fähigkeiten, sondern auch Mutanten zur Verfügung, die ihr zunächst
besiegen müsst, bevor ihr sie von ihrem Rücken aus steuern könnt. Neu ist,
dass ihr einmal besiegte Mutanten auch "in die Tasche" stecken und
mit nur einem Knopfdruck jederzeit wieder hervorholen könnt. So könnt
ihr mit den besonderen Fähigkeiten eines jeden Mutanten auch später noch
Rätsel lösen, an denen ihr vorher nur tatenlos vorbeirennen konntet.
Neben dem Kämpfen steht aber vor allem der Jump'n'Run Part im Vordergrund:
Ihr müsst über Abgründe und mobile Plattformen hüpfen, an Säulen entlangkrackseln
oder windige Berghänge hinaufklettern. Die Kamera könnt ihr dabei leider nicht
bewegen, sie verschafft aber immer einen guten Überblick über das Geschehen.
Besonders durch die einzigartigen Fähigkeiten der Mutanten kommen auch Rätseleinlagen
in Crash - Herrscher der Mutanten nicht zu kurz. Diese sind zwar nicht besonders
schwer und nötigen echten Adventure-Spielern nur ein kleines Schmunzeln ab,
bringen aber Pepp in das Spielgeschehen. So benutzt ihr eure Mutanten beispielsweise
dazu, Wasser zu Eis zu gefrieren, um an vorher unerreichbare Orte zu kommen
oder sogar Bosskämpfe zu bestreiten.
Wie auch im Vorgänger könnt ihr nicht nur alleine gegen Dr. Neo Cortex fiese
Heerscharen kämpfen, sondern einen Freund zu Hilfe rufen. Der übernimmt dann
mit dem zweiten Controller die Kontrolle über Aku Aku oder Crashs Schwester
Coco und kann euch durch Lichtblitze oder kräftige Hiebe unterstützen. Leider
drückt hier die etwas zickige Kamera den Mutliplayer-Spass, da sie sich immer
nur auf Spieler 1 fixiert, eine gelungene Abwechslung zum Solo-Jump'n'Run-Leben
ist es aber allemal.
Präsentation Grafisch bewegt sich Crash - Herrscher der Mutanten im oberen
Mittel der Nintendo Wii Spiele. Die Landschaft und Gegner sind bunt und gut
animiert, allerdings haben bewegliche Objekte immer wieder mit hässlichem
Kantenflimmern zu kämpfen. Die Zwischensequenzen sind 2D, als "Puppentheater"
oder nur ab und zu in Ingame-Grafik umgesetzt, was nichts Neues aber auch
nicht jedermanns Sache ist.
In Sachen Soundausgabe hat der neuste Crash Bandicoot Teil ein großes Lob
verdient! Das Spiel kommt komplett deutsch synchronisiert daher, die Gegner
plappern wieder munter darauf los, wenn ihr in ihre Nähe kommt und auch die
Musikuntermalung passt zum coolen Crash.
Die Steuerung wurde ebenfalls gut an die Nintendo Wii angepasst - schade
nur, dass die Kamera nicht frei bewegbar ist...
Fazit
Wem Crash of the Titans gefallen hat, der wird Crash - Herrscher der Mutanten
genauso mögen - denn viel hat sich (leider?) nicht verändert zwischen beiden
Teilen. Nichtsdestotrtoz wartet Crash Bandicoot mit einem weiteren, gelungenen
Jump'n'Run auf, von denen es auf der Nintendo Wii eh viel zu wenige gibt...
Besonders gefallen hat uns die Sprachausgabe, die dem Spiel den Crash-typischen
Flair verleiht. Wer ein kurzweiliges, witziges Jump'n'Run sucht und sich
mit den meist in 2D gehaltenen Zwischensequenzen anfreunden kann, kann mit
Crash - Herrscher der Mutanten nichts falsch machen!
Vielen Dank an Vivendi für die Bereitstellung
eines kostenlosen Reviewexemplars