Auch wenn viele davon nicht in Europa veröffentlicht wurden, gibt es bereits
mehrere Spiele der Cabela-Reihe. Cabela's Dangerous Adventures ist allerdings
das erste, das für die Nintendo Wii erscheint - und nichts für Tierfreunde!
Wir verraten euch wie immer in unserem Review, ob die Großwildjagd mit dem
Wii Zapper etwas taugt oder ob ihr die Flinten lieber im Schrank lassen könnt.
Ab
in die Wildnis
Ihr schlüpft in die Rolle des erfolgreichen Jägers Flint Abrahams,
der sich einen Sport daraus macht, möglichst gefährliche Tiere
aufzuspüren und zu
erlegen. Gleich zu Anfang müsst ihr euch im verschneiten Russland einem überaus
gefährlichem Hirsch stellen. Das Tier steht praktischerweise direkt
vor euch, so dass ihr nur über die Z-Taste des Nunchuck zielen und mit
dem B-Knopf abdrücken müsst. Wenn ihr euch nicht allzu unfähig
anstellt, habt ihr den armen Hirsch schon nach dem ersten Schuss zwischen
die Augen getroffen
und Flint Abrahams stellt sich brav neben seiner Beute auf, damit sein Partner
ein Foto machen kann. Gerade lässt euer Alter Ego den Hirsch makaber in die
Kamera schauen, werden die beiden Jäger plötzlich von einem wilden Bären
angegriffen. Während sich Flint in den Nahkampf stürzt, bei dem ihr nur rechtzeitig
die Wii Remote auf die angezeigte Art bewegen müsst, hat sein Partner nicht
so viel Glück und wird von dem Bären tödlich verwundet. Doch auch eine Tragödie
hält einen echten Jäger nicht ab und so streift ihr mit Flint weiter durch
die Welt auf der Suche nach immer neuen Tieren, die ihr jagen könnt.
Nach dem Schema der ersten Spielminuten läuft auch das restliche Spiel ab.
In einer Mischung aus seichtem Adventure und Jagdspiel bereist ihr ein Land
nach dem nächsten und erlegt dort jeweils große und/oder gefährliche Tiere.
Ihr bewegt euch mit dem Nunchuck durch die Landschaft und schwernkt die Kamera
mit der Wii Remote. Damit ihr die Jagdtiere besser aufspüren könnt,
verfügt euer Alter Ego über einen speziellen "Jagdsinn".
Schaltet ihr in diesen Modus, könnt ihr euch zwar nur langsam fortbewegen
und der ganze Bildschirm verdunkelt sich, dafür leuchtet eure potentielle
Beute aber hell auf und macht es euch leicht, Löwen, Hyänen und
Nashörner aus großer Entfernung zu erschießen. Habt ihr
das Tier gesichtet, zielt ihr einfach und schießt - mit etwas Übung
und ruhigen Händen, ist es ein leichtes, jedes Tier zwischen die Augen
zu treffen.
Auge in Auge mit der Bestie Leider ist das spätestens nach zehn erschossenen Tieren selbst für den begeisterten
Jäger nicht fesselnd, da die Tiere nach dem Erschießen einfach umfallen und
sich in Nichts auflösen. Um Abwechslung zu schaffen habt ihr ab und an die
Möglichkeit, in einen Nahkampf mit wilden Bestien verwikelt zu werden. Diese
werden automatisch ausgelöst und um sie zu bestehen müsst ihr nichts weiter
tun, als rechtzeitig bestimmte Knöpfe zu drücken.
Weiterhin könnt ihr bei zu vielen Gegnern - beispielsweise einem Rudel Hyänen
- einen Adrenalinschub auslösen, der Alles in eurer Umgebung langsamer werden
lässt. Das gibt einen coolen Matrix-Effekt und schafft zusätzlich ein wenig
Action, die in Cabela's Dangerous Adventures leider zu kurz kommt. So kann
der gute alte Flint leider nicht rennen, sondern sich nur gehend fortbewegen
- das nimmt dem Spiel leider viel Realismus und bringt euch oft in gefährliche
Situationen.
Auch die Tiere selbst verhalten sich nicht gerade Realitätsgetreu. So dreht
eine ruhige Elefantenherde plötzlich um und rast zielstrebig und mit mordlüsternen
Rüsseln auf euch zu - euer einziger Ausweg ist, sie einen nach dem anderen
zu erschießen...
Präsentation Grafisch ist Cabela's Dangerous Adventures sehr dürftig. Während
man über die statische Umgebungen und die hölzernen Menschen noch hinwegsehen
kann, ist es für den ambitionierten Jäger wirklich schade, wenn die Tiere
kantig und einfach nur unecht aussehen.
Die Sprachausgabe ist komplett in englisch, ihr müsst leider mit deutschen
Untertiteln Vorlieb nehmen... Ansonsten sind die Stimmen gut gelungen, die
Tiere hören sich allerdings wieder unrealistisch an...
Die Steuerung über Nunchuck und Wii Remote funktioniert soweit gut, lediglich
beim Zielen müsst ihr die Wii Remote in ruhiger Hand halten. Neben der normalen
Steuerung könnt ihr Cabela's Dangerous Adventures auch mit dem Wii Zapper
spielen.
Fazit
Cabela's Dangerous Adventures ist eine Mischung aus sehr seichtem Adventure,
mittelmäßigem Jadgspiel und einigen Ego-Shooter-Sequenzen. Tierfreunde sollten
um den Titel einen großen Bogen machen, da euer Alter Ego Flint Abrahams nur
ein Ziel hat: so viele Tiere wie möglich sinnlos abschießen. Aber auch Vollblutjäger
werden an Cabela's Dangerous Adventures nicht lange ihre Freude haben, da die
Jagd leider schnell langweilig wird und die Präsentation - vor allem die Grafik
und das Verhalten der Tiere - einfach nur dürftig ist.
Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung
eines kostenlosen Reviewexemplars